Anwendungsgebiete
Zwangsstörungen
Bei einer Zwangsstörung drängen sich immer wieder unerwünschte Gedanken, Vorstellungen oder Handlungsimpulse auf. Betroffene erleben sie meist als übertrieben oder unvernünftig, können sie aber nicht einfach abstellen. Der Versuch, sich dem Zwang zu widersetzen, löst häufig starke Angst, Anspannung oder Ekel aus.
Zwangsstörungen können in jedem Lebensalter beginnen. Ihre Entstehung lässt sich nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Meist wirken biologische Veranlagung, persönliche Erfahrungen, Stress und erlernte Verhaltensmuster zusammen. Scham führt häufig dazu, dass Betroffene erst spät professionelle Hilfe suchen.
Zwangsgedanken
Zwangsgedanken sind wiederkehrende, aufdringliche Gedanken oder Vorstellungen. Dazu gehören beispielsweise:
- Angst vor Verschmutzung oder Ansteckung
- Befürchtungen, einen Fehler gemacht oder Schaden verursacht zu haben
- quälende Zweifel und ständiges Grübeln
- aggressive, sexuelle oder religiöse Gedanken
- die Vorstellung, sich selbst oder andere zu verletzen
Solche Gedanken stehen häufig im deutlichen Widerspruch zu den persönlichen Werten. Sie bedeuten nicht, dass Betroffene diese Handlungen tatsächlich ausführen möchten.
Zwangshandlungen
Zwangshandlungen sind wiederholte Handlungen oder gedankliche Rituale, mit denen Betroffene ihre Angst verringern oder ein befürchtetes Ereignis verhindern möchten. Typische Beispiele sind:
- übermäßiges Waschen oder Reinigen
- wiederholtes Kontrollieren
- Zählen, Ordnen oder Wiederholen
- ständiges Rückversichern bei anderen
Die Rituale erleichtern die Anspannung kurzfristig, halten den Zwang jedoch langfristig aufrecht. Psychotherapie kann helfen, diesen Kreislauf zu verstehen, Zwänge schrittweise zu reduzieren und wieder mehr Freiheit im Alltag zu gewinnen.